Einblicke in die Arbeitswelt
„Szenenwechsel“ führt Jugendliche in soziale Einrichtungen
Schon früh morgens um 7.30 Uhr beginnt für die 15-jährige Schülerin Lisa Tiegel der Arbeitstag. Während andere Schülerinnen in ihrer Klasse ihre Herbstferien genießen und ausschlafen, macht Lisa mit beim „Szenenwechsel“. Bei dem Projekt, das in der Grafschaft, im Emsland und in Ostfriesland zeitgleich in dieser Woche stattfindet, bekommen über 80 Jugendliche erste Einblicke in die Arbeit von sozialen Einrichtungen.
gn Nordhorn. Lisa führte der „Szenenwechsel“ in die Euregioklinik. Die 15-Jährige hatte in der Zeitung vom „Szenenwechsel“ gelesen und wollte ihre Ferienzeit sinnvoll nutzen, um vielleicht auch später besser zu wissen, welcher Beruf der Richtige ist. So hilft sie nun beim Frühstück verteilen für die Patienten und kommt schnell mit den Patientinnen ins Gespräch. „Ich habe mich schon vorher für den Bereich der Pflege interessiert und fühle mich jetzt beim ,Szenenwechsel’ bestätigt, dass dieses Berufsfeld das Richtige für mich ist“, berichtet die Schülerin.
Erste Einblicke in die Arbeit sozialer Einrichtungen sind vorteilhaft, das kann auch Bernhard Bramer, stellvertretender Pflegedienstleiter der Euregioklinik, bestätigen: „Die Jugendlichen sollen einfach mal in die Arbeitswelt reinschnuppern, sollen kennen lernen wo die Unterschiede zur Schule sind und sollen sehen, wie ein Krankenhaus funktioniert und ob ihnen der Umgang mit Patienten liegt“, erklärt Bramer.
Für Lisa ist das kein Problem: „Ich freue mich schon morgens auf die Patienten, mag gerne mit ihnen reden und habe mir das vorher auch so ungefähr vorgestellt.“ Insgesamt machen vier Jugendliche auf verschiedenen Stationen beim „Szenenwechsel“ in der Euregioklinik mit.
In der Grafschaft Bentheim sind rund 20 Jugendliche in Kitas, Krippen und Behinderteneinrichtungen beim „Szenenwechsel“ aktiv. Anke Nossels vom Diakonischen Werk in Nordhorn betreut diese Jugendlichen: „Die Jugendlichen, die sich bei uns angemeldet haben, sind wirklich motiviert und möchten die Chance nutzen, Einblicke in soziale Einrichtungen zu bekommen. Deshalb ist der ,Szenenwechsel’ so wichtig, da es für viele der erste Kontakt im sozialen Bereich ist und vielleicht wird bei dem einen oder anderem noch mehr daraus.“
So wie bei Lisa. Die 15-Jährige kann sich gut vorstellen, nach der Schule eine Ausbildung im Pflegebereich zu machen. „Auch wenn einige Schulkameraden das gar nicht toll fanden, dass wir hier mitmachen, weil sie meinen, dass es für den späteren Beruf nichts bringt: Ich finde das gut hier und fühle mich bestätigt.“
Am Sonnabend kommen alle Jugendlichen des „Szenenwechsels“ in Nordhorn zusammen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Der „Szenenwechsel“ wird organisiert vom Diakonischen Werk der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer, der Arbeitsstelle Freiwilligendienste des Bistums Osnabrück und dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück, sowie von den Diakonischen Werken der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Emsland/Bentheim und Leer.
Weitere Informationen gibt Anke Nossels, Diakonisches Werk Grafschaft Bentheim, Geisinkstraße 1, Telefon (05921) 880228, E-Mail: „anke.nossels@diakonie-grafschaft.de“.
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