• Ev.-ref. Diakonisches Werk
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Ehrenamt - in der Krise besonders wichtig

Die Corona Krise begleitet uns nun schon seit einigen Wochen und durch die bestehenden Regelungen und Maßnahmen sind viele Arbeitsbereiche in ihren Tätigkeiten stark eingeschränkt. Auch einige Bereiche des Ehrenamts, in denen viele Menschen aktiv sind, können nun nicht wie bisher durchgeführt werden.

Routinierte Arbeitsabläufe müssen geändert werden

So musste z.B. der Brotkorb in Neuenhaus neue Wege finden, um die Waren an die Kund*innen übergeben zu können. Die Ehrenamtlichen in den Kleiderbörsen in Neuenhaus, Nordhorn und Schüttorf, sowie des Projekts „wellcome“, bei dem Familien mit Kleinkindern unterstützt werden, können derzeit nicht aktiv sein. „Ich empfinde diese Situation als sehr angespannt“, so Gabi Lorenz aus dem Brotkorb Neuenhaus, „da niemand genau weiß, wie lange die Auflagen noch so umgesetzt werden müssen und wann wieder zu einer „Normalität“ übergegangen wird. Dies macht die Situation für alle Beteiligten sehr ungewiss.“

Ehrenamtliche und Kund*innen gewinnen immer mehr Sicherheit

Auch Agnes Schutten, ebenfalls ehrenamtlich im Brotkorb Neuenhaus tätig, empfand die ersten Wochen als sehr schwierig, da auch einige Kund*innen sehr unsicher waren. „Aber je länger die Situation andauert, desto mehr weiß man mit ihr umzugehen“, sagt Agnes Schutten zuversichtlich. Gerd Hödtke, ebenfalls Ehrenamtlicher im Brotkorb, freut sich, dass die Kund*innen, trotz der angespannten Situation, die vorgegebenen Schutzmaßnahmen einhalten, so dass der Brotkorb die Ausgabe weiterhin durchführen kann. Sonja Reents von der Kleiderbörse „Stöberecke“ in Nordhorn gehört zu den Ehrenamtlichen, die derzeit ihr Amt nicht ausführen können. „Dies ist sehr schade “, meint Sonja Reents, denn sie würde die bedürftigen Menschen gerne wieder unterstützen.

Kund*innen sind auf wellcome und die Kleiderbörsen angewiesen

Auch Annelen Hofschröer und Ingrid van der Kamp-Otten, Ehrenamtliche des Projekts „wellcome“, dürfen derzeit nicht in die Familien. Ingrid van der Kamp-Otten empfindet dieses Abgeschottet-sein“ ebenfalls als schwierig, da die Familien gerade jetzt dringend Unterstützung gebrauchen könnten und sie diese gerne leisten würden. Häufig versetzen die Ehrenamtlichen sich auch in die Situation der Kund*innen und Familien, da es für viele eine sehr unsichere Zeit und ein „Ende nicht in Sicht ist. „Besonders für die Kinder ist die Situation und das Kontaktverbot schwer zu verstehen“, so Ingrid van der Kamp-Otten. Viele der Kund*innen im Brotkorb fragen nach der Öffnung der Kleiderbörsen und dies bestätigt auch Sonja Reents: „Die Kund*innen brauchen die Kleidung und sind auf die Kleiderbörsen angewiesen“.

Ehrenamt ist eine Herzenssache auch in Coronazeiten

Doch warum machen die Ehrenamtlichen gerade in dieser schwierigen Zeit ihr Ehrenamt weiter bzw. würden dieses sobald wie möglich wiederaufnehmen, obwohl sie sich dadurch doch einer Ansteckungsgefahr aussetzen würden? „Das ist eine Herzenssache“, so Frau Hofschröer. Gerade in den Familien erleben die Ehrenamtlichen sich als zugehörig. Sie sind ihnen wichtig geworden und sie wollen, dass es den Familien gut geht. Aber auch im Brotkorb und in den Kleiderbörsen möchten die Ehrenamtlichen, dass die bedürftigen Kund*innen die Angebote nutzen und sie so etwas Gutes tun können. Nicht nur für die Kund*innen selbst, sondern auch „weil es mir gut tut“, so Frau Reents. Gerd Hödtke fühlt sich durch die Abstands- und Hygienemaßnahmen gut geschützt: „ Ich mache gerne weiter für die Kund*innen, denn sie sind darauf angewiesen, dass die Ausgabe weiterhin stattfindet“.

Ehrenamtler*innen haben auch immer ein Ohr für die Sorgen und Nöte

Durch das Nicht-ausführen-können des Ehrenamts stehen viele Familien und Kund*innen, die sonst die Unterstützungen wahrnehmen, vor einigen Problemen. So haben viele Familien finanzielle Schwierigkeiten, da sie die Betreuung ihrer Kinder gewährleisten müssen und somit ihrer Arbeit nicht nachgehen können oder durch finanzielle Einbußen, z.B. durch Kurzarbeit, können viele nicht mehr in den Discountern einkaufen und sind auf den Brotkorb oder die Kleiderbörsen angewiesen. Dies beschäftigt die Ehrenamtlichen sehr, denn sie möchten „ihre“ Familien und Kund*innen gerne gut begleiten und unterstützen. „Ich wünsche mir für die Familien, dass sie wieder mehr Kontakte haben und mehr Freiheit“, so Annelen Hofschröer. Ingrid van der Kamp-Otten ist es wichtig, dass die Kinder wieder spielen können ohne Angst zu haben, sich anzustecken. „Gesundheit“ das wünscht sich auch Agnes Schutten für Ihre Kunden und „dass vereinbarte Arbeitsverträge trotz Krise realisiert werden“, so Gabi Lorenz, denn auch die Ehrenamtlichen im Brotkorb bekommen persönliche Dinge der Kund*nnen mit. „Das ist nicht wie bei einem Einkauf im Aldi bei dem man anonym bleibt“, so Gabi Lorenz, „man ist auch Ansprechpartner*in in schwierigen Zeiten und hört viele schicksalhafte Lebensgeschichten.“

Ehrenamtliche Tätigkeit macht das gesellschaftliche Miteinander lebenswerter

Dies ist gerade für die ehrenamtliche Arbeit bezeichnend und es ist bemerkenswert, dass die Ehrenamtlichen in den verschiedenen Bereichen trotz dieser Krise weiterhin für die Kund*innen und Familien da sind bzw. sein wollen. „Ich wünsche mir, dass es bald wieder losgeht und wir weiter als gutes Team zusammen arbeiten können“, so Sonja Reents und Annelen Hofschröer macht nochmal deutlich, dass „wellcome“ eine Anlaufstelle und Entlastung für Familien sein kann, wenn diese Zeit vorbei ist. Dafür sind viele Ehrenamtliche nötig und sollten auch SIE „mitreden“ und etwas Gutes tun wollen, dann melden Sie sich gerne beim Ev.-ref. Diakonischen Werk Grafschaft Bentheim (05921-81 111 70 / 68) und werden Sie Teil der Ehrenamtlichen, die so viel für die Kund*innen und Familien tun.

Lena Dulle | Ehrenamt | Ev.-ref. Diakonisches Werk Grafschaft Bentheim

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